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Gambia: Die Leute

In Gambia leben ca. 1.5 Millionen Leute (2001), davon etwa die Hälfte direkt in der Küstenregion. Mit 120 Einwohner pro km² ist Gambia eines der dichtbevölkertsten Länder in Afrika. Die Frauen bekommen durchschnittlich 5,5 Kinder. Wegen der schlechten medizinischen Versorgung sterben allerdings knapp 10 Prozent der KInder bereits im ersten Jahr. Die Lebenserwartung bei Männern beträgt 53 Jahre, bei Frauen 56.
Allgemein ist Gambia ein Land mit vorwiegend jungen Menschen. Fast 40 Prozent aller Menschen sind jünger als 16 Jahre.Im Alter bis 18 Jahren kümmern sich die Jugendlichen um die Tiere und helfen im Haushalt mit. Die älteren Männer ab 40 Jahre arbeiten nicht mehr aktiv mit, verteilen aber die Aufgaben und lernen die jungen Menschen an.


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Compound: Zusammenschluss mehrerer Familien
Compound: Zusammenschluss von mehreren Familien



Trotz aller Probleme im Land sagen die Gambianer von sich selber, sie seine die freundlichsten Menschen der Welt. Das mag auch stimmen, in Touristengegenden hat mal jedoch leider manchmal das Gefühl, die Freundlichkeit wird nur aus kommerziellen Zwecken eingesetzt.

Bildung
Die Analphabetenrate liegt in Gambia bei nahezu 60 Prozent, bei Frauen höher wie bei Männern. Es besteht Schulpflicht für die Grundschule. Dass anschliessend nur 20 Prozent der Jungen und 12 Prozent der Mädchen weiter auf die Oberschule gehen liegt zum Teil an den Schulgebühren, die jeder im voraus für jeweils 3 Monate zu bezahlen hat (ca. 30 Euro).
Schulsprache ist englisch, als Fremdsprache wird französisch angeboten.
Desweiteren gibt es Schulen für die Ausbildung von Lehrern, Krankenschwestern u.a. sowie die internationale Schule "Ecole Française" in Banjul. Universitäten gibt es nicht.

ethnische Gruppen
Trotz der geringen Grösse des Landes sind in Gambia verschiedene etnische Gruppen beheimatet. Die Bevölkerung setzt sich hauptsächlich aus folgenden 3 Stämmen zusammen: Mandinka (43%), Fulba (18%) und Wolof (15%).
Ausserdem sind regional folgende kleinere Stämme vertreten: Jola (7%), Serahuli (7%), Tukoulor (2%), Serer (2%), Aku (1%) sowie Manjago, Mauretanier, Marokkaner, Libanesen, Chinesen und Europäer.
Die Oberschicht in Gambia besteht grösstenteils aus dem Stamm der Mandinka, die Beamtenschicht setzt sich aus Teilen des Wolof-Stammes zusammen.

Sprache
Neben Englisch als offizielle Landessprache gibt es natürlich auch die verschiedenen nationalen Sprachen: Mandinka, Wolof, Fulba und die nur regional verbreiteten Djola, Sarahule, Serere, Manjango, Creole.
Die Gambianer selber finden im Alltag mit einigen wenigen Worten heraus, welche Sprache der Gegenüber spricht. Sollte er nicht zufällig dem selben Stamm angehören und die selbe Sprache sprechen, unterhalten sich auch die Gambianer untereinander auf englisch.

Glauben
Gambia ist ein gutes Beispiel für das friedliche Zusammenleben von verschiedenen religionen. Jeder kann hier seine eigene Religion ausleben. Etwa 85% der Gambier sind sunnitische Moslems. Sie distanzieren sich von den radikalen Fundamentalisten in der Islambewegung. 10 Prozent sind Christen. Der Rest setzt sich aus afrikanisch-animistischen Glaubensgemeinschaften zusammen. Die Christen leben vorwiegend in Banjul. Hier befindet sich auch der Sitz des Bischofs.

Die Familie
Laut den Lehren des Islams darf jeder Mann 4 Frauen haben. Das kommt auch häufig vor in Gambia. Die Familienverhältnisse werden dadurch sehr undurchsichtig.
In einer solchen Ehe ist Gütertrennung üblich. Durch den Verkauf selbst angebauter Dinge am Markt verdienen die Frauen nicht nur Geld für die Familie, sondern vermehren auch ihren eigenen Besitz und erhalten sich auf diese Art eine gewissen finanzielle Unabhängigkeit.
Das Sagen in einer Grossfamilie hat natürlich der Mann, aber die Frauen werden in viele Entscheidungen eingebunden und sind für Hauhalt und Kindererziehung verantwortlich.

Meist leben mehrere Familien des gleichen Stammes in einem Compound zusammen. Dieser Wohngemeinschaft steht ein Oberhaupt, der älteste Mann vor. Dieser ist verantwortlich für alles, was in diesem Compound passiert. Er muss auch die Zustimmung geben für eine Taufe, eine Hochzeit und andere wichtige Entscheidungen.
Alle Familienältesten zusammen leiten das Dorf. Das Oberhaupt mit der längsten Familiengeschichte im Dorf wird "Alkalo" genannt. Er ist der Verantwortliche.