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Trotz aller Probleme im Land sagen die Gambianer von sich selber,
sie seine die freundlichsten Menschen der Welt. Das mag auch stimmen,
in Touristengegenden hat mal jedoch leider manchmal das Gefühl,
die Freundlichkeit wird nur aus kommerziellen Zwecken eingesetzt.
Bildung
Die Analphabetenrate liegt in Gambia bei nahezu 60 Prozent, bei
Frauen höher wie bei Männern. Es besteht Schulpflicht
für die Grundschule. Dass anschliessend nur 20 Prozent der
Jungen und 12 Prozent der Mädchen weiter auf die Oberschule
gehen liegt zum Teil an den Schulgebühren, die jeder im voraus
für jeweils 3 Monate zu bezahlen hat (ca. 30 Euro).
Schulsprache ist englisch, als Fremdsprache wird französisch
angeboten.
Desweiteren gibt es Schulen für die Ausbildung von Lehrern,
Krankenschwestern u.a. sowie die internationale Schule "Ecole
Française" in Banjul. Universitäten gibt es nicht.
ethnische Gruppen
Trotz der geringen Grösse des Landes sind in Gambia verschiedene
etnische Gruppen beheimatet. Die Bevölkerung setzt sich hauptsächlich
aus folgenden 3 Stämmen zusammen: Mandinka (43%), Fulba (18%)
und Wolof (15%).
Ausserdem sind regional folgende kleinere Stämme vertreten:
Jola (7%), Serahuli (7%), Tukoulor (2%), Serer (2%), Aku (1%) sowie
Manjago, Mauretanier, Marokkaner, Libanesen, Chinesen und Europäer.
Die Oberschicht in Gambia besteht grösstenteils aus dem Stamm
der Mandinka, die Beamtenschicht setzt sich aus Teilen des Wolof-Stammes
zusammen.
Sprache
Neben Englisch als offizielle Landessprache gibt es natürlich
auch die verschiedenen nationalen Sprachen: Mandinka, Wolof, Fulba
und die nur regional verbreiteten Djola, Sarahule, Serere, Manjango,
Creole.
Die Gambianer selber finden im Alltag mit einigen wenigen Worten
heraus, welche Sprache der Gegenüber spricht. Sollte er nicht
zufällig dem selben Stamm angehören und die selbe Sprache
sprechen, unterhalten sich auch die Gambianer untereinander auf
englisch.
Glauben
Gambia ist ein gutes Beispiel für das friedliche Zusammenleben
von verschiedenen religionen. Jeder kann hier seine eigene Religion
ausleben. Etwa 85% der Gambier sind sunnitische Moslems. Sie distanzieren
sich von den radikalen Fundamentalisten in der Islambewegung. 10
Prozent sind Christen. Der Rest setzt sich aus afrikanisch-animistischen
Glaubensgemeinschaften zusammen. Die Christen leben vorwiegend in
Banjul. Hier befindet sich auch der Sitz des Bischofs.
Die Familie
Laut den Lehren des Islams darf jeder Mann 4 Frauen haben. Das kommt
auch häufig vor in Gambia. Die Familienverhältnisse werden
dadurch sehr undurchsichtig.
In einer solchen Ehe ist Gütertrennung üblich. Durch den
Verkauf selbst angebauter Dinge am Markt verdienen die Frauen nicht
nur Geld für die Familie, sondern vermehren auch ihren eigenen
Besitz und erhalten sich auf diese Art eine gewissen finanzielle
Unabhängigkeit.
Das Sagen in einer Grossfamilie hat natürlich der Mann, aber
die Frauen werden in viele Entscheidungen eingebunden und sind für
Hauhalt und Kindererziehung verantwortlich.
Meist leben mehrere Familien des gleichen Stammes in einem Compound
zusammen. Dieser Wohngemeinschaft steht ein Oberhaupt, der älteste
Mann vor. Dieser ist verantwortlich für alles, was in diesem
Compound passiert. Er muss auch die Zustimmung geben für eine
Taufe, eine Hochzeit und andere wichtige Entscheidungen.
Alle Familienältesten zusammen leiten das Dorf. Das Oberhaupt
mit der längsten Familiengeschichte im Dorf wird "Alkalo"
genannt. Er ist der Verantwortliche.
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