 |
|
 |

Ausgabe vom
|
Gambia: Politik
Gambia erlangt 1963 die Unabhängigkeit vom britischen Commonwealth.
Sir Dawda Kairaba Jawara wird zum ersten Premierminister ernannt,
1970 zum Staatspräsidenten.
1981 kommt es zum ersten Putschversuch, als sich Jawara gerade im
Ausland befindet. Das Militär schreitet ein und schlägt
den Putschversuch blutig nieder. Noch mehrere Putschversuche sollten
folgen.
1982 geht Gambia mit Senegal eine Konföderation ein (Senegambia),
die jedoch nur sieben Jahre anhält. Strenge Grenzkontrollen
sind die Folge.
|
Galerie

Präsident Dawda Kairaba Jawara |
|
Unerfüllte Soldzahlungen an das Militär gipfeln am 22.
Juli 1994 in einem neuen, unblutigen Putschversuch. Es gelingt dem
jungen Leutnant Yahyah Jammeh, der sich in der Öffentlichkeit
stets im Kampfanzug und Sonnenbrille zeigt, an die Macht zu kommen.
Der Präsident geht ins Exil nach Grossbritannien.
Der neue Präsident kündigt an, mit seiner Militärregierung
bis mindestens 1998 an der Macht zu bleiben. Nach einer Reisewarnung
des britischen Aussenministeriums und dem darauffolgenden völligen
Zusammenbruch des Tourismus ändert Jammeh seine Haltung und
kündigt für 1996 freie Wahlen an.
Im Januar 1997 werden verschiedene Parteien zugelassen.
Jammeh gewinnt in der Bevölkerung immer grösseren Rückhalt
und so gewinnt er mit seiner Partei APRC (Alliance for Patriotic
Reorientation and Construction) mit 56 Prozent der Stimmen die Präsidentschaftswahlen.
Trotz der immerwiederkehrenden Vorwürfen der Korruption innerhalb
der Partei ist es dem Präsidenten gelungen, ein gewisses Mass
an Stabilität ins Land zu bringen. Die Infrastruktur wurde
stark verbessert und der Tourismus hat wieder zugenommen.
Anfang des Jahres 2000 kam es dennoch in Banjul und Brikama zu
Unruhen. Es kam zu Ausschreitungen zwischen der Bevölkerung
und den Sicherheitskräften. In einer folgenden Studentendemonstration
gegen das rüde Vorgehen der Polizei gab es 6 Tote. Daraufhin
wurden die Universitäten geschlossen.
Die Lage beruhigte sich jedoch wieder und im Oktober 2001 wurde
Präsident Jammeh in seinem Amt bestätigt. Laut internationaler
Beobachter verlief die Wahl fair.
Heute werden viele der wichtigsten Ämter in Gambia von Frauen
besetzt. Man hat sogar einen eigenen Namen für diese Frauen
gefunden: "Boss-Lady". Und so werden auch viele Touristinnen
scherzhaft als "Boss-Ladies" bezeichnet.
|
Allgemein:
Gambia ist eine selbständige Republik mit einem Mehr-Parteien-System
an dessen Spitze der Präsident als Staatsoberhaupt steht.
Gewählt wird alle 5 Jahre in freien allgemeinen Wahlen.
Der Präsident und sein Kabinett, bestehend aus Ministern
und Staatssekretären, bilden die Exekutive. Ein 42-köpfiger
Nationalrat, der ebenfalls alle 5 Jahre gewählt wird,
formt die Legislative während eine Gruppe unabhängiger
Richter, Magistrate und Rechtsanwälte, die Judikative
darstellen.
Das in fünf Bezirke und kreisfreie Städte eingeteilte
Land wird zentral verwaltet. Die Umsetzung der ursprünglich
in der neuen Verfassung vorgesehenen Dezentralisierung ist
gegenwärtig noch in der Schwebe.
Gambia ist Mitglied verschiedener internationaler Organisationen
wie u.a. der Economic Community of West African States (ECOWAS),
der Organisation of African Unity (OAU), den Vereinten Nationen,
dem Commonwealth of Nations und der Organisation of Islamic
Conference.
Quelle: Auswärtiges Amt
|
|

Präsident Yahyah Jammeh
|
|
 |
 |

|